Fokussierung, Lichtmessung, Blitzsteuerung, RAW

Lernen Sie alle Optionen der Fokussierung und die Auswirkungen kennen.

Neben dem automatischen und manuellen Fokus besteht nach den Wünschen Ihrer Bildaufteilung die Möglichkeit die Fokuspunkte in der Kamera zu verändern. Hier kommen auch Begrifflichkeiten wie die Hyperfokale Distanz nicht zu kurz. Der richtige Schärfepunkt ist zusammen mit der Blende eine der wichtigsten Einstellungen in der Fotografie.

Beim Licht unterscheidet man zwischen vorhandenem Licht und dem Licht, das wir durch z.B. Blitz, Aufheller, Leuchten etc... hinzufügen. Die richtige Balance zu finden oder gar absichtlich High Key oder Low Key Aufnahmen zu schießen ist eine große Kunst.

Der Blitz ist oft Bestandteil der Kamera. Wofür der eingebaute Blitz verwendet werden kann, wo Vor- und Nachteile eines Blitzes liegen, wie ETTL oder manueller Modus arbeiten oder wie mehrere Blitze gleichzeitig verwendet werden können erfahren Sie ebenfalls in diesem Kurs.

Die Kameras bieten das RAW und das JPG-Format als Speicheroption für Ihre Bilder. Wo die Unterschiede liegen und wie Sie die so gewonnen Daten weiterverarbeiten können ist einfach zu erlernen. Erfahren Sie wie mit Hilfe der Sensordaten Bilder optimieren können.

TIPP: Nehmen Sie zum Kurs Ihre Kamera mit Anleitung mit, so können Sie das erlernte sofort testen. Gerne zeige ich Ihnen, wie Sie die jeweiligen Einstellungen auf Ihrer Kamera finden und anwenden.

Termine - DSLR Fotokurs Teil II

Dienstag

Fokus, Lichtmessung, Blitz, RAW

16.01.2018, 18:30–21:30

VHS Waldkraiburg

Mittwoch

Fokus, Lichtmessung, Blitz, RAW

17.01.2018, 18:30–21:30

VHS Altötting

Preise

1 Abend: 28 EUR

* (Tageskurs)
Der Tageskurs ermöglicht es beide Kursteile an einem Tag zu besuchen. Der Preis gilt daher pro Kursteil und ist nur buchbar, wenn beide Kursteile gebucht werden. Sollte der Kurs nicht ausgebucht sein, so können Sie kurzfristig auch nur einen Teil zum vorgenannten Tarif buchen.

Inhouse Schulungen

Für unsere gewerblichen Kunden bieten wir alle Kurse auch als Inhouseschulung zu unseren regulären Stundensätzen an. Diese finden Sie unter Preise.

Buchungsanfragen hier.

Kurswiederholung (Fotografie II)

Dieser Kurs baut auf dem Kurs zur Fotografie I - Blende, Verschlusszeit, ISO auf und bietet insbesondere zum Bildaufbau das Wissen um Fokus, Lichtmessung und Belichtung richtig anzuwenden.

AF und MF, Automatischer vs. Manueller Fokus

Der AF Modus wird in der Regel am Objektiv festgelegt. Einige Kameramodelle bieten für diese Funktion einen Schieberegler an der Kameravorderseite oder alternativ eine Einstellung über das Menu der Kamera.

Der Autofokus Modus bietet je nach Kamera eine verschieden hohe Anzahl an Fokuspunkten. Egal ob 3, 9, 39, 61 oder eine freie Wahlmöglichkeit über das Kameradisplay. Ohne die Möglichkeit den Fokus selbst wählen zu können greift die Kameraautomatik.

Da in einem Einzelbild jedoch nur eine Fokusebene existiert gilt es diese so genau wie möglich festzulegen.

Grundsätzlich reichen hierfür 9 Punkte, jedoch kann die Genauigkeit bei mehr Punkten gesteigert werden.

Mehrere Fokuspunkte?

Ihre Kamera zeigt im Sucher oder auf dem Display gleich mehrere Fokuspunkte aktiv an? Dann hat Ihre Kamera derzeit alle Fokuspunkte aktiviert (Mehrpunktfokus) und gleich mehrere Schärfepunkte in Ihrem Motiv ausgemacht.

Mal angenommen es befindet sich ein Baum im Vordergrund, ein Wald im Hintergrund und eine Person rechts im Bild. Das kann dazu führen, dass diese Entfernungen gemittelt werden und so ein Backfokus entsteht. Es ist kaum berechenbar, wo in diesem Fall der Fokus wirklich liegt, daher ist diese Einstellung nur ratsam, wenn es weder Vorder- noch Hintergrundobjekte in einem Bild gibt.

TIPP: Wählen Sie immer nur einen aktiven Fokuspunkt aus. Damit ist die Schärfeebene eindeutig festgelegt.

Einzelfokus

Damit liegen Sie immer richtig. Sie können den Punkt über eine Taste Ihrer Kamera und über eines oder mehrere Einstellräder, das Steuerkreuz, Touchscreen oder Joystick auswählen.

Welcher Punkt gewählt wird, bestimmt Ihre Bildidee bzw. der Bildaufbau.

TIPP: Sie können mit halb durchgedrücktem Auslöser den von Ihnen gewählten Fokuspunkt automatisch fokussieren. Technisch ist es dabei möglich, nach dem fokussieren die eigene Position zu ändern. Wird dieses übertrieben, riskieren Sie einen Front- oder Backfokus! Die Abweichung vom fokussierten Punkt sollte daher so gering wie möglich ausfallen.

hat die Kamera den Fokus gefunden, bestätigt sie dieses mit einem Piepton (kann im Menü der Kamera auch deaktiviert werden). Falls der Fokus nicht gefunden wird, kann die Kamera

  • keinen Kontrast im Bild finden
  • das Bild ist zu Dunkel
  • auf Servo bzw. Verfolger- oder kontinuierlichen Autofokus eingestellt.

In diesem Fall stellen Sie Ihr Fokussystem im Menü zuerst auf ONE SHOT bzw. Einzelfokus um.

Backfokus

Von einem Backfokus spricht man, wenn die Schärfe hinter dem gewünschten Fokuspunkt liegt. Der klassische Fall dürfte hier ein Portrait seit, bei dem nicht die Augen, sondern die Ohren scharf abgebildet sind. Oft entsteht dieser Fehler weil eine bestimmte Bildidee umgesetzt werden soll und mit dem mittleren Fokuspunkt gearbeitet wird. beim drehen geht dann der Fokus hinter die Person.

Im Bild rechts sehen Sie den Effekt.

Der Fotograf unten fokussiert auf das Objekt und dreht sich dann, damit es für einen optimalen Bildaufbau nicht in der mitte des Bildes dargestellt ist. Dabei vergisst man leicht, dass man damit auch die Fokusebene mitbewegt. Die rote Linie zeigt hier, dass ein klassischer Backfokus entsteht.

Dieser Fehler entsteht auch sehr leicht beim Einsatz sehr großer Blendenwerte und einer Bewegung des Models oder Fotografen nach der Fokussierung.

Frontfokus

Im Unterschied zum Backfokus liegt hier die Schärfe vor dem gewünschten Fokuspunkt. Als Beispiel habe ich folgendes überlegt:

Sie fotografieren eine Person aus der Froschperspektive und Fokussieren dabei auf die Beine. Anschließend bewegen Sie die Kamera nach oben, damit der Kopf im oberen Drittel des Bildes ist. Die rote Linie zeigt, dass nun der Fokus deutlich vom Motiv entfernt liegt.

Kreuzsensoren und Liniensensoren

Der Autofokus bietet bei gleichzeitiger Auswahl des richtigen Fokuspunktes ein sehr leistungsfähiges System um die Schärfe im Bilder richtig zu setzen. Das System ist sowohl vom Kamerabody als auch vom Objektiv abhängig.

Ein wichtiges Merkmal für eine gute Fokussierung ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Kreuzsensoren. Nur einige der Fokuspunkte sind Kreuzsensoren, die Mehrzahl wird jedoch durch Liniensensoren repräsentiert. D.h. die Kamera sucht Kontrastkanten in vertikaler Richtung. Nur Kreuzsensoren suchen auch in vertikaler Richtung.

TIPP: Sollte es vorkommen, dass Sie bei einer Queraufnahme keinen Fokus finden, so könnten Sie die Kamera einfach um 90° drehen und im Hochformat fokussieren und schon suchen die Liniensensoren nach vertikalen Linien.

Steht zu wenig Licht oder kein ausreichender Kontrast zur Verfügung, so hilft dieser Trick nicht. In diesem und einigen anderen Fällen benötigen Sie die manuelle Fokussierung.

Manueller Fokus

Ein manueller Fokus ist mit unseren Kameras mit bloßem Auge durch den Sucher nicht zu treffen. Das kann man wohl getrost als einen Filmmythos abstempeln. Einen manuellen Fokus wird man daher nur dann verwenden, wenn der Autofokus nicht möglich ist bzw. wenn ein Bild für das Focusstacking in meheren Schärfeebenen aufgenommen wird.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist das Fotografieren von Panoramen, Nachtaufnahmen, Weißabgleich etc... Nachfolgend einige Beispiele.

MF Fokus bei Nachtaufnahmen

Sehr häufig kommt es vor, dass eine Fokussierung aufgrund fehlenden Lichts nicht mehr möglich ist. Hier bietet es sich an, im erweiterten ISO Bereich bei extrem hohen ISO Werten mit der Lupenfunktion direkt auf dem Monitor der Kamera manuell zu fokussieren. Zusätzlich wählen Sie die größt mögliche Blende. Dieses klappt selbst bei sehr schlechten Bedingungen. Im Notfall kann aber auch eine Taschenlampe als zusätzliche Beleuchtung zur Fokussierung nützlich sein. Sobald der Fokus manuell an der richtigen Stelle eingestellt wurde, stellen Sie den ISO Wert auf 100 zurück und die Blende wie im Beispiel auf einen für Sie guten Wert. In meinem Beispiel wollte ich eine scharfe Landschaft abbilden, daher habe ich die Blende auf 16 gestellt, da diese beim verwendeten 16-35mm Objektiv das beste Bildergebnis liefert.

Neben einem Stativ habe ich das Foto im Bulb Mode mit einer Fernbedienung aufgenommen. Gegen Wind und Regen hatte ich auch noch einen Regenschirm sowie ein Putztuch für das Objektiv dabei.

Manuelle Fokussierung bei Panoramaaufnahmen

Bei Panoramaaufnahmen kommt es auf folgende Punkte im Besonderen an:

  • gleiche Blende, Belichtungszeit und ISO Wert auf allen Einzelbildern
  • gleiche Fokusebene auf allen Einzelbildern
  • überlappende Aufnahmen

Sofern ein Autofokus möglich ist, können Sie beim Einstellbild (das Bild des Panoramas mit der besten Belichtung und besten Fokus) ganz normal im AF-Modus fokussieren. Bevor jedoch mit den Einzelbildern begonnen wird, stellen Sie unbedingt auf MF um, damit stellen Sie sicher, dass die Kamera alle Bilder in der gleichen Schärfeebene aufnimmt.

Ein falscher Fokus innerhalb eines Panoramas ist auf den Bildern meist erst auf den zweiten Blick sichtbar, zerstört aber das Gesamtergebnis oder verhindert gar das richtige zusammensetzen.

MF bei Focus-Stacking

Bei Panoramen werden mehrere Bilder "aneinander geklebt", bei Focusstacking hingegen werden mehrere gleiche Bilder mit unterschiedlichen Fokusebenen so verrechnet, dass aus vielen Bildern unterschiedlicher Schärfe ein einziges scharfes Bild entsteht.

Am besten Sie beginnen ganz am Anfang des Objekts im manuellen Modus mit der ersten Aufnahme per Funkauslöser vom Stativ und drehen dann den Fokus pro Bild durch das Objekt. Bei Makros hilft hier ein Makroschlitten oder bei kritischen Tier Makros eine Serienbildaufnahme mit Vorwärtsbewegung der Kamera per Hand.

Je nach Aufnahme können sehr viele Bilder erforderlich sein um ein scharfes Bild zu erhalten. Gerade Makroaufnahmen sind hier aufwändig. Für das Fokus-Stacking benötigen Sie zusätzliche Software wie Photoshop. Extreme Fokus Stacking Aufnahmen werden auch mit Helicon Focus erstellt.

Fokus Stacking Bilder finden sich heute in allen Bereichen der Fotografie, insbesondere aber bei Produkt-, Makro- und Architekturfotografie.

Weitere Fokus-Stacking Beispiele finden Sie hier.

Die Ausgangsbilder der Kaktusaufnahme finden Sie hier:

Die Art der Fokussierung

Die Hersteller haben unterschiedliche Bezeichnungen für die Art der Fokussierung, daher hier die gängigen Fokussierungsarten:

  • One Shot (AF-S) = Einzelfokus, Singlefocus
  • AI Focus (AF-A) = Kamera entscheidet, Automatic
  • AI Servo (AF-C),  = Nachführfokus, Verfolgerfokus, Continuous

Die Art der Fokussierung ist mit dem ausgewählten Fokuspunkt verknüpft, sie steuert damit das Verhalten der Fokussierung.

TIPP: Sie müssen eigentlich nur zwischen Einzelfokus und Nachführfokus entscheiden. Das sollte recht einfach sein, denn als Faustregel gilt es immer den Einzelfokus zu verwenden. Nur wenn sich die Objekte auf einen zu oder von uns weg bewegen brauchen wir ziemlich sicher den Verfolgerfokus.

One Shot, AF-S

Die vorgenannten Beispiele wurden alle im ONE SHOT (Canon) bzw. AF-S (Nikon) Modus aufgenommen. Das gewährleistet perfekte Aufnahmen bei sich nicht bewegenden Objekten. Es sollte daher die Standardeinstellung Ihrer Kamera sein.

AI Focus, AF-A

Der AI Focus (Canon) bzw. AF-A (Nikon) Modus ist nicht wirklich gut, hier entscheidet die Kamera selbst ob sich das Objekt bewegt oder nicht. Es ist dafür gedacht, Objekte zu fokussieren die sich beim Fotografieren bewegen können. Dieser Modus wird von den Fotografen gemieden, da er häufig auch Fehler verursachen kann.

Evtl. ist es eine brauchbare Einstellung für Videos, hierfür sind aber auch spezielle Objektive erforderlich, die das langsame Nachführen des Fokus erlauben. Solange diese Funktion aber objektivseitig nicht unterstützt wird, kann auch hier nur mit manueller Fokusnachführung (Follow Focus) gearbeitet werden. Ob die STM Objektive von Canon hier eine Abhilfe schaffen habe ich noch nicht getestet.

AI Servo, AF-C

AI Servo (Canon) bzw. AF-C (Nikon) stehen für einen Nachführfokus bzw. kontinuierlichen Autofokus. Hier wird das Objekt das fokussiert werden soll bei halb durchgedrücktem Auslöser fokussiert und verfolgt. Solange der Fokuspunkt auf diesem Objekt liegt wird es permanent scharfgestellt. Eine geniale Technik, die auch vorausdenkt. So steht beim durchdrücken des Auslösers immer die richtige Schärfeebene zur Verfügung.

Klassische Beispiele:

  • Dynamische Brautpaaraufnahmen während des Gehens
  • Kind auf der Schaukel
  • vorbeifliegende Vögel
  • Sportaufnahmen aller Art
  • Sie wollen von einem fahrenden Bus aus Objekte aufnehmen die sich nähern
  • Serienbildaufnahmen von nicht statischen Motiven

Vorteile:

  • Immer die richtige Schärfe bei bewegten Objekten

Nachteile:

  • Höherer Akkuverbrauch
  • Objektive mit schneller Scharfstellung erforderlich
  • Sie dürfen das Objekt nicht aus dem Fokuspunkt verlieren
  • nicht für unbewegte Objekte geeignet

TIPP: Ohne diesen Modus besteht kaum eine Möglichkeit bewegte Objekte festzuhalten. Die Trefferquote erhöht sich dadurch gewaltig und ist daher unverzichtbar.

Stabilisierung

Die Stabilisierung der Kamera oder des Objektives ist nicht in jedem Fall gut. Betrachten wir zunächst die unterschiedlichen Modelle.

Bei Canon wird die Stabilisierung mit Aufdruck IS bezeichnet und ist direkt im Objektiv verbaut. Dort befinden sich je nach Objektiv keine, eine oder zwei frei bewegliche Linsen im Objektiv, die die Bewegungen der Kamera horizontal, vertikal oder in beide Richtungen ausgleicht. Je größer die Brennweite, desto sinnvoller ist eine Stabilisierung. Bei Canon ist z.B. bei den professionellen L Objektiven erst ab 100mm ein IS vorhanden.

Bei Cropkameras werden die Kitobjektive 18-55mm meist ebenfalls mit IS ausgeliefert. Ob man in diesem Brennweitenbereich wirklich einen IS benötigt halte ich für fraglich.

Probleme mit dem IS gibt es insbesondere bei Videoaufnahmen, da der IS permanent versucht die Bewegung auszugleichen bekommt man bei langsamen und schnellen Schwenks ein ruckeliges Bild. Das gilt natürlich für alle Freihandaufnahmen bei denen der IS aktiv ist.

Mitzieher sind bei eingeschalteten IS ebenfalls nicht möglich, daher bleibt die Frage wann er eingeschaltet werden sollte.

TIPP: Bis zu einem bestimmten Brennweitenbereich den Stabi immer deaktivieren und nur dann einschalten wenn er wirklich benötigt wird. Das wird aus professioneller Sicht kaum erforderlich sein. Wenn aber das Licht schlecht ist, die Objekte sich nicht bewegen etc... dann ist die Kamera leichter stabil zu halten.

Im Tele- und Makrobereich ist die Stabilisierung bei Freihandaufnahmen in jedem Fall sinnvoll. Lediglich bei Stativaufnahmen oder extremen Verschlußzeiten würde ich darauf verzichten wollen.

Fazit: Bei Brennweiten bis 85mm braucht man keine Stabilisierer. Ab 100mm ist bei Freihandaufnahmen eine Stabilisierung bei Verschlusszeiten im Grenzbereich sinnvoll. Grundsätzlich ist eine Verschlußzeit mit dem Faktor 2 zur Verschlußzeit erforderlich um scharfe Aufnahmen zu erhalten. Also bei 400mm 1/800 bzw. bei 100mm 1/200. 

Gleiches gilt natürlich auch für das VR System von Nikon und Co.

Einen großen Unterschied bietet Sony, Pentax und Co. Hier kann anstatt des Objektives auch der Sensor stabilisiert werden. Grund ist eine Abwärtskompatibilität der Objektive. So teilen sich Minolta, Pentax, Sony und Olympus den gleichen Objektivmount. Da die alten Objektive nicht stabilisiert waren, hat man kurzerhand die Stabilisierung in den Kamerabody verfrachtet. Besser arbeitet aber wohl die Objektivstabilisierung, denn auch bei Sony und Co. werden neue Objektive mit einer Stabilisierung geliefert. Als Canonianer fehlt mir hier aber der Verleich und daher freue ich mich auf einen Erfahrungsbericht.

Lichtmessmethoden

Vielleicht fotografieren Sie schon im manuellen Modus. Dann haben Sie sicher die Belichtungsanzeige im Sucher oder auf dem Display der Kamera entdeckt. Diese zeigt uns an, ob wir mit unseren Einstellungen eine gute Belichtung erreicht haben.

Im Modus A(AV) und S(TV) hat man zusätzlich die Möglichkeit eine Belichtungskorrektur vorzunehmen. Aber von was? und woher weis die Kamera was die richtige Belichtung ist?

Ganz einfach: Sie weiß es nicht.

Praxisbeispiel: Fotografieren Sie im AV Modus eine weiße Wand (mit manuellen Fokus, da sonst evtl. nicht fokussiert wird). Anschließend fotografieren Sie eine Schwarze Fläche in gleicher weise. Sie sollten nun 2 mittelgraue Bilder erhalten.

Die Kamera nimmt für die Berechnung einfach den hellsten und dunkelsten Bereich des Motivs. Im Fall einer weissen Fläche, z.B. Schnee oder unsere Wand bekommen wir Probleme, denn es gibt keinen dunkelsten Punkt in einem weißen Bild, so dass die Berechnung des Mittelgrau in diesem Fall falsch gemacht wird.

Das gleiche passiert bei einem sehr dunklen Motiv. Die Kamera denkt der hellste Punkt eines dunklen Bildes ist weiss, damit wird in der Mittelberechnung ein viel zu helles Bild berechnet.

Der Vorteil des M Modus ist der, dass wir hier selbst einfach 2 Blenden heller oder dunkler fotografieren können. Konsumermodelle haben meist noch Einstellungen wie Schnee etc... damit geht dann die Kamera davon aus, dass es sich um helle Aufnahmen handelt und liefert eine abweichende Lichtberechnung. Als Profis wollen wir diese Modis sicher nicht benutzen, weshalb sie auch auf keiner Profikamera zu finden sind.

Wir wissen nun, dass die Kamera davon ausgeht, dass ein mittlerer Grauwert einer perfekten Belichtung gleichkommt. Dass das nicht immer stimmt, wissen wir spätestens nach der vorigen Übung.

Es kann Motive geben, da wird keine Lichtmessung funktionieren, wie z.B. bei einer weißen Wand. Bei den meisten hingegen kann man durch die Selektion der richtigen Lichtmessmethode die Ergebnisse verbessern.

Ich bezeichne die Methoden mal lieber mit meinen Worten und wir beginnen mit dem

Spot:
Hier erfolgt die Lichtmessung (Mittelgrauberechnung) über ca. 3% der Bildmitte. Die Größe des Punktes kann bei einigen Kameras auch angepasst werden. Meine bevorzugte Messmethode im AV und TV Modus wenn ich Personen aufnehme, denn so kann man im frontalen Gegenlicht Gesichter erkennen.

Spot mit ein wenig Außenrum (Punkt mit Balken oben und unten):
Hier werden ca. 15% der Bildmitte in die Mittelgrauberechnung einbezogen.

Vignettierungsmessung (nur Balken oben und unten):
Jedes Objektiv dunkelt zum Rand hin ab. Nimmt man diese dunkleren Bereiche bei der Lichtmessung mit auf, so wird die Lichtmessung ebenfalls leicht abweichen. Es ist jedoch die empfohlene Einstellung einiger Kamerahersteller. Ich würde sie für Landschaften empfehlen.

Vollflächenmessung
Hier wird das gesamte Bild für die Mittelgrauberechnung verwendet.

Leider ist die Berechnung bei Konsumermodellen nicht mit dem ausgewählten Fokuspunkt verknüpft, weshalb es die Möglichkeit gibt, mittig anzuvisieren und das Licht zu speichern, bevor man dann richtig fokussiert und fotografiert.

Bei den Profigeräten läßt sich der Fokuspunkt mit dem Lichtmesspunkt verheiraten, so dass der Schritt der Lichtspeicherung entfällt.

TIPP: Ich persönlich arbeite im TV(S) oder AV(A) Modus gerne mit dem Spot, da ich damit meist Personen festhalte und mir dort die richtige Belichtung der Haut wichtiger ist als der Hintergrund. Landschaften und Architektur hingegen fotografiere ich immer manuell. Meine und viele andere Kameras zeigen auch ein Histogramm, damit ist es sehr einfach eine gute Belichtung ohne ausgefressenen Tiefen und Lichtern zu bekommen.

Belichtung

Hier kann lediglich ein kleiner Ausblick gegeben werden, denn das Thema Licht und Belichtung ist eines der wichtigsten Themen in der Fotografie und sehr umfangreich. Da viele jedoch einen eingebauten Blitz haben und einige auch einen Systemblitz besitzen, machen wir einen kleinen Rundumschlag.

Hier die wichtigsten Daten:

  • Licht ist alles was vorhanden ist und kann z.B. über den ISO Wert heller gemacht werden.
  • Ist kein Restlicht vorhanden, können wir das vorhandene Licht auch nicht aufhellen. Damit gelten andere Parameter und es kann dann auch mit ISO 100 fotografiert werden.
  • Belichtung ist das was wir hinzufügen, z.B. über einen Blitz.
  • Licht nimmt im Quadrat ab, d.h. doppelter Abstand = halbes Licht.
  • Die Lichtleistung des Blitzes wird mit einer Leitzahl angegeben.
  • Der eingebaute Blitz hat wenig Leistung, blitzt nur nach vorne und ist eher als Aufhellblitz zu gebrauchen. Personen vor hellen Hintergründen sollten damit eher im Quer- als im Hochformat aufgenommen werden.
  • Um gute Blitzbilder zu bekommen darf der Fotografierte die Blitzfläche nicht sehen.
  • Blitze die nicht drehbar sind (nach oben und unten reicht nicht) können auch keine guten Ergebnisse liefern.
  • Blitze gegen farbige Decken liefern auch farbiges Licht.
  • Reflektionen müssen berücksichtigt werden.
  • ETTL ist ein Laufzeitprotokoll, das immer die richtige Lichtmenge liefert. Blitze ohne ETTL (TTL) erfordern daher zusätzlichen Aufwand durch eine manuelle Einstellung. Dieses gilt insbesondere auch für Funksysteme falls der Blitz von der Kamera soll.

Wir werden das Thema im Kurs behandeln, jedoch gibt es ab Herbst 2014 auch einen eigenen Kurs über Licht und Belichtung in dem wir uns das ganze im Detail durchspielen können.

RAW

Über die Einstellung Qualität im Menü der Kamera ist es möglich die Speicherung der Daten zu beeinflussen. Neben RAW stehen hier auch noch verschiedene JPG Qualitätsstufen zur Verfügung.

Ganz kurz: RAW ist JPG in jedem Fall vorzuziehen. Jedoch müssen dann alle Bilder über einen RAW Konverter entwickelt werden. Bei JPG wird die Konvertierung bereits von der Kamera übernommen, jedoch können wir dort keinen großen Einfluss auf die Bilder und deren Qualität nehmen. L (Large), M (Medium), S (Small) stehen zur Auswahl. Ebenso ist die Bildgröße und das Format (3:2) zu erwähnen. Wer also seine Bilder absichtlich im JPG erstellen will, der sollte zumindest diese Einstellungen bestmöglich wählen.

Ich habe eine riesige Abhandlung über RAW geschrieben, die aber eher für Profis ist. In Kurzfassung: RAW sind die Sensordaten, also kein fertiges Foto, sondern lediglich die gespeicherten RGB Werte des Sensorrasters. Diese Daten liegen jedoch in mind. 12 Bit vor, was 4096 Helligkeitsstufen pro Farbkanal entspricht. In JPG hingegen sind es nur 256 Helligkeitsstufen pro Farbkanal.

Daraus ergibt sich eine wesentlich bessere Möglichkeit der Nachbearbeitung.

Im Kurs zeige ich Ihnen viele Fehler, die sie nur in RAW beheben können (Objektivkorrektur, Chromatische Fehler, Schärfekorrektur, Belichtungsanpassung, selektive Bearbeitung...). Spätestens jetzt sollten Sie ein völlig neues Bild von Ihrer Kamera und den Möglichkeiten eines guten RAW Konverters haben.

TIPP: Für gute Bilder geht kein Weg an RAW vorbei. Wer noch zweifelt, kann auch 2 verschiedene Formate speichern (RAW+JPG(L)). Das geht zwar zu Lasten der Speichergeschwindigkeit, sorgt aber dafür dass die Rohdaten für den eventuellen Fall einer späteren Bearbeitung vorliegen.

Bildstile

Einen RAW Fotografen brauchen Stile nicht zu interessieren, denn hier wird der Stil im RAW Konverter festgelegt. Wer jedoch mit der DSLR filmt oder trotz aller Nachteile in JPG Format aufnehmen möchte, der könnte hier noch am Kontrast, Farben etc... schrauben um ein knackigeres Video zu bekommen.

Weißabgleich

Videofilmer sollten in jedem Fall ein weißes Stück Papier mit dabei haben und dieses bei einer neuen Umgebung fotografieren und über Custom WB im Menü der Kamera zuweisen. JPG Fotografen sollten dieses ebenfalls machen, falls sie Wert auf eine korrekte Farbwiedergabe legen.

TIPP: Ich fotografiere alles im RAW Format und habe den Weißabgleich immer auf AWB. Die Einstellungen der richtigen Farbtemperatur regle ich im RAW Konverter nach soweit erforderlich. Nur bei Videos sehe ich mir den Live View an und im Falle einer Abweichung der Farbtemperatur zücke ich mein weißes Blatt Papier.

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