Licht vs. Belichtung

In Fotografie Teil II wurde schon kurz gezeigt, dass es einen enormen Unterschied macht, ob man von Licht oder Belichtung spricht. Da die Thematik mit dem eingebauten Blitz nur bedingt umsetzbar ist, habe ich diesen Kurs für alle entwickelt, die bereits einen großen drehbaren Systemblitz verwenden.

Die Minimalanforderung an diesen Kurs sind daher etwas höher. Wer mitmachen will, sollte Kurs I und II bereits verstanden haben, also die Kamera im Modi AV (A), TV, (S), M bedienen können.

Sie sollten in jedem Fall eine Spiegelreflexkamera mit einem aufsteckbaren Systemblitz mitbirngen.

Falls Sie noch keinen Systemblitz besitzen und mit einem Canon System arbeiten, stelle ich für diesen Kurs gerne einen EX580II mit einem Batterieensatz zur Verfügung. Es stehen insgesamt 3 Leihgeräte zur Verfügung.

Termine - DSLR Fotokurs Teil III

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Preise

1 Abend: 28 EUR

Inhouse Schulungen

Für unsere gewerblichen Kunden bieten wir alle Kurse auch als Inhouseschulung zu unseren regulären Stundensätzen an. Diese finden Sie unter Preise.

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Kurswiederholung (Fotografie III)

Dieser Kurs bringt Licht ins Dunkle bzw. sorgt in schlechten Lichtsituation für ein bestmögliches Ergebnis mit nur einem Systemblitz. Ebenso lernen Sie erweiterte Möglichkeiten des Blitzens mit Lichtformern und Funklösungen kennen.

Was ist Licht?

Licht ist alles das, was in der Situation in der wir fotografieren bereits vorhanden ist. Dieses kann jedoch stark voneinander abweichen, wenn Lichtquellen vorhanden sind. Im Grunde geht es von keinem Licht bis einem sehr hellen Raum. Die vorhandenen Lichter können in der Kamera dadurch geprüft werden, wenn der ISO Wert hochgeschraubt wird. Es noch Licht vorhanden, so wird der Raum durch eine ISO Erhöhung heller. Das muss nicht der ganze Raum sein, es kann auch nur eine Kerze, Lampe oder andere Lichtquelle sein. Fährt man den ISO Wert herunter in Richtung 100, so wird der gesamte Raum dunkler und die Lichter werden ebenfalls stark abgedunkelt.

Recht eindrucksvoll ist der Effekt auch, wenn man einen Schatten vergleicht den man einmal mit ISO 100 und einmal mit ISO 1600 fotografiert. Hier ist der Schatten bei einem hohen ISO Wert deutlich heller.

Der Systemblitz

ist eine Aufsteckblitz der über die Kontakte im Blitzschuh mit der Kamera kommunizieren kann. Über diese Kontakte werden die Daten des ETTL (TTL) Protokolls ausgetauscht, so dass stets eine perfekte Belichtung gewährleistet werden kann.

Dabei wird der Blitzwinkel (Weite) über die verwendete Brennweite und die Leistung des Blitzes gesteuert. Damit der Blitz funktioniert wird dieser nach jeder Zündung sofort nachgeladen. Das Nachladen erfolgt automatisch und ist je nach Model auch über ein surrendes Geräusch hörbar.

Das Nachladen benötigt eine bestimmte Zeit, so dass nicht unbegrenzt schnell gefeuert werden kann. Um die Zeit zu verkürzen bieten einige Blitze einen Anschluß für einen zusätzlichen Akku, so dass sich die Ladezeiten verkürzen lassen. Werden nur gezielt einzelne Fotos geblitzt ist das sicher nicht von Relevanz.

Batterien und Ladestationen

Blitze brauchen viel Strom. Immerhin steht dafür aber auch eine gewaltige Lichtmenge gegenüber. Die Empfehlung aller Fotoforen ist es mit aufladbaren Batterien zu arbeiten, die nur über eine geringe Selbstentladung verfügen. Hierfür eignen sich besonders Sanyo's Eneloop Akkus. Diese können in praktischen Aufbewahrungsboxen bestellt werden. Da Sie pro Akkusatz und Blitzstärke um die 300 Blitze abfeuern können ist es evtl. Sinnvoll, ein paar Reserveakkus bereitzuhalten. Mittlerweile gibt es eine neue Eneloop Akku Generation mit noch mehr Leistung.

Das Aufladen kann mit jedem Ladegerät erfolgen, jedoch stehen hierfür auch spezielle Ladegeräte zur Verfügung. Ursprünglich hatte ich ein Schnellladegerät mit 4 Schächten. Mittlwerwiele habe ich eine recht preiswerte Station mit 16 Schächten. Damit lassen sich sehr schnell große Mengen an AA oder AAA Batterieen gleichzeitig laden. Das Tensei TI-1600L wurde hier mehrfach empfohlen und ich kann das auch so weitergeben.

AF Hilfslicht / Linienraster

Damit eine Fokussierung im dunklen möglich ist, setzen eingebaute Aufhellblitze auf ein Stroboskoplicht, das die zur Verfügung stehende Lichtmenge veringert und bei Kontrastproblemen unter Umständen nicht fokussieren kann.

Moderne Systemblitze projezieren ein Linienraster, das auch bei völliger Dunkelheit vom Fokussystem der Kamera sowohl von Kreuz- als auch von Liniensensoren scharfgestellt werden kann. Außerdem kann dieses Licht auch bei ausreichend Licht verwendet werden, wenn Objekte mit zu wenig Kontrast fokussiert werden sollen.

Streulichtblende

Einige Systemblitz verfügen über eine eingebaute Streulichtblende, die das Licht besser verteilen soll. Diese wird jedoch beim indirekten Blitzen keine Verbesserungen liefern, daher wird diese meist nicht verwendet. Ich verwende diese meist nur, wenn ich mit Farbfolien einen Farbton blitzen will. Hier habe ich von Lee Filters eine Sammlung von Beispielfolien bestellt, die genau für die Größe des Blitzbereichts geeignet sind.

Abschatter

Neben der Streulichtblende läßt sich auch noch ein weisser Abschatter aus dem Blitzkopf ziehen. Dieser dient dazu, das Licht in seiner Ausbreitung einzugrenzen, damit z.B. braune Decken oder farbige Wände nicht angeblitzt werden oder bei der Verwendung von mehreren Blitzen die Ausleuchtung in gleicher Helligkeit weiterzuführen.

Difusoren

Die Verwendung eines Difusors der nur den Blitz abdeckt bringt gar nichts. Er nimmt nur Lichtleistung weg, die man ohnehin kaum genug haben kann. Maximal ist er gut geeignet um eine Farbfolie gut auf dem Blitz einklemmen zu können, was aber mit erheblichen Lichtverlust verbunden ist. Ich empfehle daher lieber ohne Difusor zu arbeiten.

Verwendung mehrerer Blitze

Um die Lichtleistung des Systemblitzes zu verdoppeln, ist es jederzeit möglich 2 oder mehr Blitze gleichzeitig auszulösen. Dieses ist jedoch in der Praxis meist keine so gute Idee, da das ganze dann unhandlich wird. Dennoch zeige ich gerne die Lösung mit Lasolite Halter, Pocket Wizards etc... her. Gerade im Outdoor Einsatz stellt sich aber schnell die Frage nach noch mehr Licht.

Portable Lösungen mit noch mehr Leistung

Das Systemblitz, auch mit 58er Leitzahl ist gerade im Outdoor Einsatz schnell an der Grenze. Abhilfe schaffen hier Portys von Hensel, Ranger und Co. mit 1000 Watt/sec. Das ist in etwa die 20-fache Lichtleistung. Dafür sind die Geräte dann aber teuer und unhandlicher. Dafür ist aber auch der Einsatz von Lichtformern möglich, was neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Licht schafft. Bei diesen Geräten entfällt dann aber die Möglichkeit von ETTL, was aber nicht unbedingt ein KO Kriterium sein muss.

Portable Hochleistungs-Lösungen mit ETTL

Erst vor kurzem stellte Profoto mit dem B1 eine erste ETTL basierte Blitzlösung mit Lithium-Ionen Akku vor. Die Leistung beträgt derzeit 500 Watt/sec., was nicht ganz der Leistung der Hensel Portys entspricht (die schaffen eine Blende mehr). Dafür ist keine separate Batterie erforderlich, was die Lösung extrem handlich macht. Ich habe mir ein entsprechendes Outdoor Paket mit 2 dieser AirTTL bezeichneten B1 Köpfe zugelegt und bei Interesse kann es auch gerne selbst mal ausprobiert werden.

Achtung: Die hier besprochenen Lösungen sind wegen der hohen Anschaffungskosten eher für Profis gedacht, aber es ist trotzdem sinnvoll zu wissen, wie welche Leistung an Licht erzeugt werden kann.

Lichtalternativen (Taschenlampe)

Jeder unnütze Versuch am Licht zu sparen kostet Geld, denn meist kauft man dann zwei mal. Alternativ zum Blitz könnte z.B. auch mit einer Taschenlampe gearbeitet werden. Die hierfür erforderliche Leistung liegt jedoch bei 4000 Lumen. Selbst im Makrobereich wäre eine kleine Taschenlampe völlig wertlos. Wer sich jedoch auch für Lightpainting und Co. Interessiert, der sollte sich durchaus mal die Geräte von Fenix, Olight, Lupine und Co. ansehen.

Ich habe mir die aktuell hellste Taschenlampe von Lupine Betty TL2 besorgt. Der Vorteil einer richtigen Lichtquelle mag verlockend erscheinen, aber das Ding blendet und ist daher eher für Makro und Lightpainting interessant. Preislich ist die Anschaffung auch wesentlich teurer als ein Systemblitz, daher gilt es eine Anschaffung gut zu überlegen.

Lichtalternativen (Flächenlichter)

Flächenlichter können durchaus auch zum Fotografieren verwendet werden. Jedoch ist die Lichtleistung auch hier nicht so hoch wie bei Blitzen. Die Aufbauzeit entspricht in etwa der einer Studioblitzanlage. Wer nicht auch für Film angerichtet sein möchte, der braucht keine Flächenleuchten. Im Zweifel hätte ich welche im Verleih.