Hochzeitsfotograf, Hochzeitsfotografie

Sie planen eine Hochzeit? Kein Problem. Ich oder mindestens 10 weitere Fotografen haben sicher Zeit sich der Sache professionell anzunehmen.

Was der Fotograf wissen muss:

  • Wo findet die Trauung statt?
  • Wo findet die Feier statt?
  • Wo werden die Bilder im Freien gemacht?
  • Ist ein Helfer mit dabei, der Equipment tragen und evtl. helfen kann, Licht etc… zu halten?
  • Wird ein Gruppenbild benötigt?
  • Wie viele Gäste werden erwartet?
  • Welche Teile des Tages sollen fotografisch festgehalten werden? (z.B. Aufwecken, Styling, Shooting draußen, Trauung Standesamt, Trauung Kirchlich, Sektempfang, Party…)
  • Haben Sie spezielle fotografische Wünsche?
  • Sollen die Bilder im Web für alle Gäste veröffentlicht werden?

Alles andere sollte der Fotograf auch ungefragt hinbekommen. Er ist ein ständiger Begleiter, der genau weis, wann er gebraucht wird.

Nach dem großen Tag sollten die ersten Bilder schnellstmöglich zur Verfügung stehen. Ich treffe immer eine Vorauswahl der besten Bilder, die ich auch gleich bearbeite.

Danach sollte sich das Brautpaar 2 Stunden Zeit nehmen und die übrigen, noch unbearbeiteten Bilder selbst ausmisten. Es ist immer wieder interessant, welche Bilder gewählt werden, da kann man als Fotograf einiges lernen.

Am Rande möchte ich hier ein Schockerlebnis bei einem Wochenendausflug erwähnen. Als Fotograf sollte man darüber nachdenken:

Beim Abendessen war zufällig nebenan eine Hochzeit. Der Fotograf hatte eine DSLR mit aufgeklappten Aufhellblitz und blitze damit frontal in einen Bilderrahmen in dem 3 Personen posierten.

Ich traute meinen Augen nicht und mir war klar, dass diese Bilder fotografisch nicht gut sein können. Grade habe ich mit meiner Frau darüber geredet, da sehe ich wie der Fotograf die Kamera den 3 Todgeblitzten hinhält und diese sagen: Ja äh… subba, do samma alle drauf. Nicht dass ich das so machen würde, aber ich glaube, dass wirklich alle mit dem Ergebnis zufrieden waren. 

Für einen Fotografen zählt immer nur das beste Bild, für das Brautpaar und die Gäste hingegen oft nur wer drauf ist. Ich finde es daher auch wichtig, bei der späteren Auswahl der Bilder zu jeder Zeit ansprechbar zu sein. Ich mache hier immer 2 Durchläufe. Im ersten Schritt möchte ich dass schlechte Bilder (zum löschen) mit 1 und gute Bilder mit 5 bewertet werden. Das geht meist in einer Stunde. Anschließend zeige ich alle Bilder mit einer Bewertung von 5 und lasse hier nochmals alle durchschauen und doppelte Motive mit 4 bewerten.

Bei diesem Treffen werden einige Bilder auch gemeinsam bearbeitet, so kann das Brautpaar Wünsche nach SW, Sepiatonungen, Crossprozessing etc… äußern und ich kann den gewünschten Stil festlegen.

Auch Panoramaformate und die Möglichkeit die Bilder selbst zu entwickeln werden erklärt und anhand von verschiedenen Papieren die Bestellmöglichkeiten gezeigt.

Mir ist es ganz recht, wenn die Kunden Ihre Bilder selbst bestellen. Damit erspare ich mir Bestelllisten etc... Auch soll nicht der Eindruck entstehen, für jedes Bild bezahlen müssen.

Falls wirklich mal 1000 Bilder gewünscht sind, dann kann der Kunde selbst einschätzen wieviel Arbeit es ist, diese gewissenhaft und perfekt zu bearbeiten und dann muss man zu dieser Zeit über den Preis sprechen.

Ich habe auch kein Problem die Bilder im RAW Format mitzugeben. Jeder der glaubt die Bearbeitung selbst machen zu können, kann das aus meiner Sicht auch machen. Meine eigene Grundauswahl incl. Bearbeitung wird aber in jedem Fall mitgeliefert, sonste heißt es evtl. dass die Bilder nicht gut genug waren. Vorteil ist, dass die Datei nicht nur auf meinem Sicherungs-Raid-System, sondern auch beim Kunden liegt.

Meine Devise ist: Jeglicher unnütze Aufwand auf Fotografenseite muss weg. Es bringt nichts, wenn ich Bilder online bestelle. Das Ergebnis wird identisch sein, wenn das der Kunde selbst bei dem von mir empfohlenen Dienst übernimmt.

Es bringt nichts, wenn ich ein Hochglanz-Fotobuch verkaufe, denn sowohl das Produkt als auch meine Zeit müssen bezahlt werden. Aber auf Wunsch übernehme ich das natürlich auch sehr gerne.

Meine Philosophie was die Preisgestaltung meiner fotografischen Leistungen angeht ist recht einfach.

Die Arbeitsleistung muss bezahlt sein und ich möchte dass meine Kunden mit der von mir erbrachten Leistung mehr als zufrieden sind.

Der Wunsch jedes Fotografen ist es, den Preis so zu verschleiern, dass erst bei der Auswahl der Bilder klar wird was der ganze Spaß kosten wird.

Dabei stehen aus meiner Sicht nur schwer vergleichbare Angebote zur Verfügung. Hier ein paar Beispiele:

  • Fotografie gegen Stundenpauschale von 80 EUR + 10 EUR pro 10x15 (ohne Digitalbilder)
  • Fotografie für 0 EUR + 30 EUR für das erste Bild, anschließend Staffelpreise nach Anzahl der digital ausgearbeiteten Bilder
  • Stundenpaket mit 50 bearbeiteten Bildern für 700 EUR

und so geht es weiter…

Die meisten Angebote haben eines gemeinsam: Sie bearbeiten erst alle Bilder um dann nur 20% zu verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt ist aber die Arbeit schon angefallen. Mir gefallen diese Konzepte nicht, da sie auch für mich als Fotografen unnütze Arbeit mitbringen.

Ich verrechne nur noch nach Stunden. Die Stunde kostet 65 EUR + MwSt. und die Bearbeitung dauert meist doppelt so lange wie das Event.

Damit kommt man schnell auf 200 EUR pro Stunde vor Ort. D.h. für ein Shooting draußen (2 Stunden) + kirchliche Trauung (1 Stunde) + eine Stunde drumherum (insgesamt also 4 Stunden vor Ort) fallen mindestens 800 EUR (incl. Bearbeitung und Digitaldaten) an.

Ich habe mir angewöhnt, die für mich besten Bilder gleich zu bearbeiten und dann eine Selektion der übrigen Bilder bereits vor der Bearbeitung durch das Brautpaar treffen zu lassen.

I.d.R. misten diese dann 1/2 bis 2/3 der Bilder aus. Verbleiben also noch 300 bis 500 Bilder, die zu bearbeiten sind.

Viele Fotografen sehen das Shooting von Hochzeiten, Babys, Portraits als den heiligen Gral und das ultimative Mittel als Fotograf überleben zu können. Ich sehe das ähnlich, richte meine Geschäfte aber nicht danach aus. Ich denke es sollte auch für einen Fotografen etwas besonderes sein, so einen Tag zu begleiten. Nichts ist schlimmer als Routine und daher nehme ich meist nur 5 Hochzeiten pro Jahr an. Würde ich 20 machen, dann wären das 20 Wochen Arbeit und dann bleiben andere Dinge auf der Strecke.

Sie sind Fotograf und wollen Hochzeiten fotografieren?

Gratulation, eine gute Entscheidung. Sie sollten verstehen, dass es für das Brautpaar ein ganz besonderer Tag ist. Ihre Fähigkeit mit Menschen umzugehen, diese zu begeistern und glücklich zu machen sollten Grundvoraussetzung sein.

Erforderliche Technik:

  • 2 Vollformat Body’s (Ausfallsicherheit, ISO 1600 in den meisten Kirchen)
  • Objektive mit einer Mindestblende von f:2.8 (ich selbst nehme mit: 85mm f:1.2, 24-70mm f:2.8, 16-35mm f:2.8, 70-200mm f:2.8, 15mm f:2.8 Fisheye, 100mm f:2.8 Makro)
  • Systemblitz, ETTL Funksystem (Ich habe davon gleich 3, so kann bei der Feier auch mit Stativen gearbeitet werden)
  • Portysystem (nicht zwingend, aber liefert gute Bilder beim Outdoor-Shooting insb. bei Gegenlicht). Ich habe hierfür 2 Profoto B1 mit 500 Watt/sec.
  • Notebook vor Ort um Bilder gleich zu sichten und zu sichern
  • 4 geladene Kamera-Akkus, Knopfzellen für Funk und aufgeladene AAA Batterien für Blitze.
  • Polfilter für einen schönen Himmel / Spiegelungsverbesserung bei Wasser...
  • Sun-Swatter falls die Sonne zu stark ist und harte Schatten oder ein Augenkneifen verursacht.

Damit gehöre ich noch zu den normal ausgerüsteten Fotografen. Ich kenne einige die nur mit Festbrennweiten arbeiten. Auch ich werde hier sicher noch ein 35mm f:1.4 und 200mm f:2.0 nachrüsten.

Technik allein ist nicht alles. Gerade bei Hochzeiten hat man immer mit sehr ungünstigen Lichtbedingungen zu kämpfen. Das fängt bei der Kirche an, die meist nur mit ISO 1600 und/oder offenblendig fotografiert werden kann und geht bei braunen Holzdecken beim Essen weiter. Hier fehlt dann auch gleich das Licht, so dass geblitzt werden muss. Bei braunen Decken sollte ein ETTL Funk System mit Schirm verwendet weren. Die Weinstube ist dann gänzlich dunkel und erfordert perfekte Kenntnisse über Licht und Belichtung, damit die Bilder perfekt werden. Am Abend schnell noch draußen feiern? Auch hier ist der richtige Umgang mit dem Blitz das A und O.

Die Qualität der Bilder ist für mich entscheidend und meist entstehen die richtig guten Bilder dann durch eine gute RAW Bearbeitung. Nach vielen versuchen mit Adobe Produkten landete auch ich bei Hochzeitsfotos bei Capture One Pro 7. Viele Tests haben ergeben, dass es nicht nur die beste Schärfe liefert, sondern auch die Hauttöne perfekt wiedergibt. Gerade bei schwarz und weiss ist die HDR Funktion ein unverzichtbares Hilfsmittel, das keine Wünsche offen lässt. Auch die Bearbeitungszeit läßt sich durch einen optimierten Workflow im Vergleich zu Lightroom oder Bridge verkürzen.

Zum umbenennen der Bilder nutze ich hingegen die Bridge, ebenso für eine SW Konvertierung der Bilder.

Jeder Fotograf passt von Zeit zu Zeit seinen Workflow an, gerne gebe ich meine Kenntnisse weiter und stehe bei kritischen Fragen gerne Rede und Antwort. 

Liebes Brautpaar, liebe Fotografen

Ich denke mit so einer Ansage treffe ich nicht unbedingt nur auf Wohlwollen, aber viele werden mir auch zustimmen. Sehen Sie sich in jedem Fall Beispielbilder an. Nicht nur die Schönwetter-Draußen-Aufnahmen, sondern vor allem die in der Kirche und bei der Feier. Hier trennt sich die Streu vom Weizen. Betrachtet vor allem den gesamten Aufwand und nicht nur die Zeit vor Ort. Es ist nicht schlimm, wenn ein Fotograf 1000 EUR für 5 Stunden verrechnet.

Der Trend geht immer mehr in Richtung Hochzeitsreportagen. Hier ist klar, dass ein ganzer Tag nicht für 1000 EUR incl. Bearbeitung und digitaler Bilder angeboten werden kann. Wenn das Budget nicht reicht, dann hält man zumindest die wichtigsten Momente der Kirche und das Outdoor Shooting fotografisch fest. Jeder will wissen wie das Brautpaar ausgesehen hat und das ein oder andere Bild für die Dankeskarte wird sicher auch gebraucht. Für alle anderen Bilder findet sich dann auch ein Bekannter, der die Bilder dokumentarisch festhält.

Links zu guten Hochzeitsfotografen

Bernhard Hartl
http://www.bernhard-hartl.com

Eva-Maria Wöckl
http://www.eva-woeckl.com/

Johann Dirschl
http://www.dirschl.com

Gerne könnt Ihr mir Links zusenden, jedoch verlinke ich nur, wenn Ihr auch Mitglied im Fototeam Braunau werdet. Der Grund ist eine Ausfallsicherheit, die ich so sicherstellen kann. Eine Mitgliedschaft erfordert keine weiteren Leistungen und kostet 37 EUR jährlich. Dafür wird ein reger Erfahrungsaustausch mit allen unseren Mitgliedern und ein reichhaltiges Vereinsprogramm geboten. Natürlich könnt Ihr auch mich oder andere Fotografen anfragen.