Bildrauschen bei hohen ISO Werten entfernen

Bei jeder Kamera beginnt das Bild mit Erhöhung des ISO Wertes zu rauschen. Bei Crop Kameras ist das Rauschen bereits bei ISO 800 deutlich zu bemerken, bei Vollformat Kameras bei ISO 1600. Obwohl die Kameras noch deutlich höhere ISO Werte erlauben, werden diese nicht verwendet, da die daraus resultierende Qualität meist nicht ausreichend ist.

Da stellt sich die Frage, wie man auch bei hohen ISO Werten gute Bilder bekommt.

Mehrere Einzelbilder zur Rauschreduzierung

Wir nutzen zunächst eine große Blende und stellen die Verschlusszeit auf einen Wert, den wir freihändig ohne Verwackler auslösen können. Im Falle von Sternenaufnahmen vom Stativ wählen wir eine Belichtungszeit von weniger als 15 Sekunden. Daraus resultiert nun ein hoher ISO Wert.

Die folgenden Beispiele habe ich Freihand mit ISO 3200 erstellt.

Stativ verboten! Kein Problem.

In vielen Gebäuden, insbesondere in Kirchen und Museen ist es zwar erlaubt zu fotografieren, jedoch mit der Einschränkung, weder einen Blitz, noch ein Stativ zu verwenden. Wenn dann auch noch das vorhandene Licht nicht reicht, so ist ein gutes Foto unmöglich.

Sternenhimmel fotografieren

Sicher haben Sie schon Nachtaufnahmen mit einem Stativ erstellt. Dabei haben Sie vielleicht schon festgestellt, dass sich ab einer Belichtungszeit von 15 Sekunden die Sterne bewegen und kleine Striche erzeugen. Wenn diese "Startrails" nicht gewünscht sind, so brauchen wir ebenfalls eine intelligente Lösung.

Lösung: Arithmetisches Mittel

  1. Erstellen Sie mehrere gleiche Aufnahmen mit einem hohen ISO Wert. Je höher der ISO Wert, desto höher die Anzahl der erforderlichen Bilder. In den Beispielen habe ich zwischen 7 und 10 Bilder über die Serienbildfunktion erstellt.
  2. Bearbeiten Sie die Bilder wie gewohnt im RAW Konverter um chromatische Abberationen und Objektivfehler auszuschließen. Sie dürfen auch ein Presharpening vornehmen.
  3. Übernehmen Sie die gleichen Einstellungen für alle Bilder der Serie und exportieren Sie diese als JPG.
  4. Laden Sie die Bilder in Photoshop Ebenen.
  5. Bei Freihandaufnahmen müssen Sie die Bilder übereinander ausrichten (Bearbeiten -> Ebenen automatisch ausrichten)
  6. Alle Ebenen markieren und als Smart Objekt zusammenführen (Ebene -> Smartobjekte -> Als Smartobjekt zusammenführen)
  7. Jetzt müssen wir das Arithmetische Mittel errechnen. Die Funktion befindet sich unter (Ebene -> Smartobjekte -> Stapelmodus -> Arithmetisches Mittel)
  8. Fertiges Bild zuschneiden und nachschärfen.

Rauschreduzierung

Einige Kameras bieten bereits eine Funktion zur Rauschreduzierung. Diese arbeiten nach gleichem Prinzip. Insbesondere Sony DSLRs bieten hier eine sehr ähnliche Funktion bereits Kameraseitig an. Dennoch würde ich Einzelaufnahmen bevorzugen, da hier auch Geisterbilder und andere Kleinigkeiten individuell berücksichtigt werden können.

Die Verrechnung über Smart Objekte ist ein sehr leistungsfähiges Mittel. Probieren Sie auch die anderen Verrechnungsmethoden aus, Sie werden von den neu gewonnenen Möglichkeiten begeistert sein und Bilder unter schlechtesten Bedingungen erstellen können.

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